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Mittwoch, 19. Juni 2013

Zombie-Special Part 1



In diesem dreiteiligen Special, möchte ich Euch die Welt der düsteren Untoten etwas näher bringen. Da das Thema „Zombies in Videospielen“ durchaus komplexer ist als es klingt, habe ich Spiele mit und über Zombies in drei Gattungen geteilt. Dabei unterscheide ich zwischen:

1) Spielen mit Zombies als Gegner, jedoch nicht als Hauptbedrohung

2) Spielen mit Zombies als Hauptbedrohung

3) Spielen in der Zombieapokalypse; Zombies stehen jedoch nicht Mittelpunkt der Handlung

Part 1: Spiele mit Zombies als Gegner, jedoch nicht als Hauptbedrohung



Die grundlegenden Eigenschaften des Zombie: langsames Schlurfen, rudimentäre geistige Qualitäten sowie sein simples, nicht minder böses Handlungsmotiv (Gehirn, fressen, fressen, fressen,...) machen ihn zu einem soliden Gegner. In den meisten Spielen stellt der Zombie nur für Charaktere mit verhältnismäßig geringer Erfahrungsstufe, also vor allem zu Spielbeginn, eine Bedrohung dar. Jedoch werden Spieler durch seine langsamen Bewegungen, sowie seine verhältnismäßig kurzen Energieleisten nicht überfordert. Kein Wunder also, dass der Zombie, neben Ratten und Wölfen, in den ersten Spielstunden unzähliger Spiele, zu den beliebtesten Hauptgegnern gehört. Um es allerdings auch mit höherstufigen Charakteren aufzunehmen zu können, müssen Zombies im weiteren Spielverlauf in großen Horden auftreten. Sie sind also Allrounder, denn auch eine Meute schwacher Gegner kann meist den stärksten Charakter in die Knie zwingen

In der finsteren Nachte Skyrims laufen euch ab und an auch Zombies über den Weg

Genreübergreifend findet man die Untoten mit Schießbudenfigur-Charakter sowohl in Rollenspielen, Actionspielen, Adventures, ja sogar in einigen Point and Clicks. In der The Elder Scrolls Reihe taucht der Zombie zum Beispiel nicht nur als Gegner auf, einer der ersten Zaubersprüche für Magier lässt euch selbst den Zombie beschwören, um euch im Kampf zu unterstützen. In Fantasywelten ist meistens schwarze Magie verantwortlich für Zombieplagen. Nicht selten beschwören Nekromanten oder Vampire die hirnlosen Horden als Gefolgsleute, um ihre finsteren Pläne durchzusetzen. In Spielen wie Risen oder Monkey Island, denen ein Piratenthema zugrunde liegt, ist die Ritualmagie "Voodoo" der Ursprung der Untoten. In modernen Zeiten, in denen die klassischen Zombies oft durch schnelle, aggressivere Infizierte ersetzt werden, sind meist Viren, Radioaktivität oder DNA-Experimente machthungriger Wissenschaftler der Grund für die Untoten.
 
In Monkey Island 2 kämpfen wir wieder gegen den Zombie-Piraten Le Chuck

Der Zombie gehört zu den ältesten Gegnertypen in Videospielen. Schon textbasierte Rollenspiele der frühen 80er führen den Zombie im Gegnerrepertoire. Nicht verwunderlich, gründen die meisten Text- Adventures doch auf einer Form des Pen and Paper Rollenspiels, wie Gary Gygax' Dungeons and Dragons, das damals schon etliche Formen von Untoten darbot. Nicht nur die Baldur's Gate Reihe, die sich direkt in der Welt von D&D abspielt, hat Zombies im Angebot. Auch so gut wie jedes andere Fantasy Rollenspiel, sei es nun Diablo, Sacred oder Skyrim. Viele MMOs, wie WoW, Guild Wars oder The Secret World schicken dem Spieler ebenfalls Zombies entgegen. Sogar der Mars ist nicht sicher vor den Kreaturen, wie wir spätestens seit Doom wissen. Und selbst vor dem Star Wars Universum hat der Untote nicht halt gemacht, so können die finsteren Sith in Star Wars Galaxies selbst Zombies beschwören. Auf der anderen Seite der Galaxie sind die Borg aus Star Trek zwar per Definition keine echten Zombies, ähneln diesen jedoch sowohl im Aussehen, dem Bewegungsmuster und in ihrer Handlungsweise. Die düsteren Borg gehören zu den Hauptgegnern der Star Trek Elite Force Spiele. Indie-Spieler fürchten den Zombie spätestens seit Minecraft, wenn nächtliche Angriffe, die sich durch kehliges Gurgeln ankündigen, schon mal einen kalten Schauer über Spielerrücken laufen lassen.
 
Zombies sind auch im Indie-Sandbox Spiel Minecraft vertreten
Unter den zahlreichen Spielen, in denen der Zombie nur als einfacher Standardgegner eingesetzt wird, sticht nur eines besonders hervor: Fallout. Die Zombies aus Interplay's Endzeitabenteuer heißen zwar Ghoule, sind aber im Prinzip ein verstrahltes Derivat gewöhnlicher Untoter. Mit einer Besonderheit: Einige von ihnen haben trotz Zombifizierung ihre Intelligenz und Sprachbegabung behalten (einer von ihnen, Dr. Sebastian Van Buren, ist sogar ein Wissenschfatler!). Diese intelligenten Ghoule unterscheiden sich nur im Aussehen und körperlichen Funktionen, wie verlängerte „Lebenszeit“ und Strahlungsimmunität, von gewöhnlichen Menschen. Oft stehen sie im Mittelpunkt rassistischer Konflikte mit den Ödlandbewohnern, da diese die intelligenten Ghoule fürchten.

Sonntag, 28. April 2013

Von Eltern, Kindern und Videospielen

Das brutalste Spiel aller Zeiten - Doom
Gaming und Jugendschutz, eine Hassliebe wie sie im Buche steht. Hier gibt es eine ganz persönliche Einschätzungen zu "Killerspielen" und Eltern.

In einigen Formaten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens schießen sogenannte „Videospiel-Experten“ förmlich aus dem Boden. Diese weisen Menschen sind jedoch meist selbst keine Gamer, naja, Terrorismusexperten sind ja auch keine Terroristen. Das momentan meiner Meinung nach peinlichste Beispiel für maßlos überschätzte Expertise in Sachen Gaming ist die emeritierte Deutschlehrerin Regine Pfeiffer, die in Vertretung ihres ebenso peinlichen Bruders gerne für das Format Frontal 21 herangezogen wird. Dort verteufeln die beiden dann alles wofür unser Hobby steht, die meiste Zeit auf unterstem Niveau und mit Stereotypen um sich werfend. Die Kollegen von High5 haben sich schon genug mit Herrn und Frau Pfeiffer beschäftigt, nur eines sei noch hinzugefügt: Hätten die Generationen vor uns schon Videospiele gespielt, dann müsste jetzt kein Mensch die Eisbären retten. Obwohl der Großteil der Community Frau Pfeiffer am liebsten sofort zum Nordpol schicken würde. One Way versteht sich. Aber wie sollten Kinder und Eltern denn am besten verantwortungsvoll an das Thema Gaming herangehen?

Was spielt ihr Kind? Und wie lange?

Das Bayerische Staatsministeriums für Arbeit Sozialordnung Familie und Frauen (kurz SmASoFF) beschäftigt sich in seiner Kampagne „Was spielt mein Kind? Und wie lange?“ mit dieser Frage. Mit einem Spot (Vorsicht! Maßlos übertriebene Gewaltdarstellung! Erst ab 12 Jahren klicken!!!) und einer Plakataktion will man beim SmASoFF Eltern für das Thema sensibilisieren. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesjugendamt sind so „12 Tipps für Eltern" entstanden. Wie ich finde sind diese kleinen Hilfestellungen wirklich gut gelungen. Man appelliert vor allem an die Verantwortung der Eltern ("Seien Sie Vorbild", "Zeigen Sie Interesse" und vor allem "Spielen Sie mit!"), weist auf die USK-Alterseinstufung hin und kommt ganz ohne ein Verteufeln der Spiele aus. Einige Tipps, wie die Regulation von Spielzeiten, sind etwas merkwürdig gewählt. (30 Minuten für ein Kind von sieben bis zehn Jahren, die meisten Spiele lohnen sich meist erst ab 30 Minuten Spielzeit). Alles in allem finde ich man sollte die Intelligenz und Eigenverantwortung der Kinder nicht unterschätzen.

Zurück in die Kindheit
Ich kann das alles nur vor meinem eigenen Hintergrund beurteilen also lasst mal sehen wie das damals so war: In jungen Jahren haben mich meine Eltern immer wählen lassen: Fernsehen oder Videospiele. Meistens habe ich meine Fernseh/Spielezeit aber sowieso lieber mit anderen draußen auf der Straße, dem Facebook von früher, verbracht. Abends blieb das Gerät sowieso aus, da die meisten Kinder damals am Fernseher der Eltern gespielt haben. Und zum Schlafengehen habe ich mir sowieso immer lieber vorlesen lassen (Danke Mama!). Damals ist man auch öfter zu den Freunden gegangen, die die neusten Videospiele hatten, meist noch von deren großen Brüdern. Natürlich war die 16-Bit-Zeit nicht gleichermaßen in Verruf für Gewaltdarstellungen in Spielen wie die heutige, zur Indizierung von Doom als „brutalstes Spiel aller Zeiten“ hat es aber trotzdem gereicht. Über Videospiele wurde damals zu Hause nicht viel geredet. Trotzdem war es meinen Eltern immer wichtig dass ich erkenne, dass Videospiele (genau wie Filme oder, ja, zum Teil auch Bücher) nicht in der realen Welt stattfinden. Auch wenn wir in jüngster Kindheit schon Spiele gespielt haben die für eine deutlich ältere Zielgruppe ausgelegt waren, haben wir es trotzdem immer „nur“ als Spiel verstanden. Draußen wurde auch lieber Soldat gespielt als Fußball, trotzdem haben fast alle Schulfreunde von damals verweigert.


Ich bin der Meinung, dass es, solange Eltern und Kinder zusammen und nicht gegeneinander arbeiten, sich die Eltern für ihre Kinder interessieren, sich mit ihnen beschäftigen und diese vor allem respektieren, überhaupt keinen Streitpunkt gibt was und wie lange gespielt wird. Zudem sind viele Gamer schon selbst Eltern und wissen meist aus eigener Erfahrung wie man mit der Materie umgehen sollte.